Wie unzweifelhaft feststeht, gibt es Tage, an denen sich beim ersten vorsichtigen Blinzeln ein Gefühl bodenloser Frustration einstellt. Da das Gefühl zumeist in vollendeter Symbiose mit an Fatalismus grenzender Lust- und Willenlosigkeit auftritt, sieht man sich dieser emotionalen Ohrfeige wehrlos ausgesetzt. Heute ist einer dieser Tage
Die Stunden plätschern in stiller Monotonie an mir vorbei. Selbst die tägliche Telefonkonferenz aller Entwickler, sonst ein Highlight des Tages, passt sich der Stimmung an und endet ereignislos nach bereits 5 Minuten. Montage sind international.
Nachdem sogar der Einbau neuer Funktionen in die Software unangemessen problemlos verläuft, gebe ich diesen Tag unrettbar verloren. Es geschieht nichts aber auch rein gar nichts, das etwas Abwechslung in die vorherrschende Trostlosigkeit bringt. Das Telefon, mein letzter verbliebener Hoffnungsschimmer, bleibt stumm. Ein eigenartiges Gefühl macht sich breit. Bin ich der letzte Mensch auf Erden? Der vergessene Außenposten einer untergegangenen Zivilisation? Ein vorsichtiger Blick aus dem Fenster läßt mich erleichert aufatmen. Die übliche, skurrile Melange ziellos hin und her eilender Gestalten
Draußen beginnt es zu regnen. Der für diese spontane Wetteränderung gewählte Zeitpunkt könnte kaum passender sein. Gehe ich halt im Regen nach Hause. Der meteorologische Umschwung bedeutet zumindest Abwechslung und an Tagen wie diesen darf man nicht wählerisch sein. So bleibt nur noch eines zu tun: Ins Bett gehen und hoffen das morgen nicht schon wieder Montag ist.